Afrikanischer Jugendseelsorger zu Besuch im Pfarrheim Prüm

Auf Einladung der Pfarreiengemeinschaft und des Weltladens Prüm berichtete MISSIO-Gast Marcellin Ouédraogo aus dem kleinen westafrikanischen Land Burkina Faso von seiner Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die vielfach unter unmenschlichen Bedingungen als Goldgräber eingesetzt werden. Sehr lebendig erzählte Abbé Marcellin, wie er im Gebiet 200 km nördlich der Hauptstadt Ouagadougou zusammen mit einem Mitbruder die Eltern davon zu überzeugen versucht, ihre Kinder zur Schule zu schicken, statt dabei zuzusehen, wie sie Leben und Gesundheit aufs Spiel setzen beim Goldschürfen und beim ungeschützten Waschen des Sandes mit Quecksilber. Doch die Armut der Familien, auch ausgelöst durch den Klimawandel, lässt dies vielfach nicht zu.

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Mapisag-Bauern

 

Burkina Faso: Kinderarbeit in Goldminen verhindern

In Burkina Faso suchen Tausende in gefährlichen Goldminen ihr Glück. Auch Kinder und Jugendliche riskieren dabei ihr Leben. Zwei Priester kümmern sich um sie, wollen ihnen helfen, dem Elend und der Gefahr zu entkommen. In der Nähe von drei Goldminen wollen sie deshalb ein „Zentrum der Begleitung“ errichten.

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Abbé Marcellin Quédraogo steht den Kindern und Jugendlichen in den Goldminen im Norden von Burkina Faso bei und schenkt ihnen Hoffnung auf eine Zukunft.

In der anschließenden Diskussion überraschte der Jugendseelsorger immer wieder durch seinen Optimismus und seine ansteckende Freude über kleine positive Schritte, von denen er inmitten der prekären Lage vieler Familien zu berichten wusste. Die Teilnehmer/innen der Veranstaltung gingen besser informiert und reich beschenkt von der Lebensfreude des afrikanischen Gastes nach Hause.

  

David gegen Goliath – MISEREOR zur Fusion von Bayer und Monsanto

Die geplante Fusion von Bayer und Monsanto ebenso wie die mögliche weitere Zulassung von Glyphosat in der EU sind in aller Munde. Zu diesem Thema war (auf Einladung von Weltladen, Pfarreiengemeinschaft Prüm, Landfrauen und KEB Westeifel) MISEREOR-Referentin Frau Mertineit zu Gast im Pfarrheim Prüm. Vor mehr als 50 Gästen berichtete sie anschaulich von den gefahren dieser geplanten Fusion. Als größter Anbieter von Saatgut und Pestiziden weltweit würde „Bay-Santo“ entscheidenden Einfluss auf Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt erhalten. Die Artenvielfalt würde noch weiter zurückgehen, die Abhängigkeit der Produzenten noch vergrößert werden. Frau Mertineit stellte – sie selbst betreut dieses Projekt auch seit Jahren – ein alternatives Projekt MASIPAG aus den Philippinen vor, bei dem Kleinbauern sich zusammengeschlossen haben, um selbst (Reis-)Saatgut zu züchten und damit höhere Erträge zu generieren. Ihre bis dahin vorhandene Abhängigkeit von Monsanto: Saatgut kaufen, Pestizide dazu und das alle paar Jahre wieder neu – hatte bei den meisten zu einer hohen Verschuldung geführt.

MISEREOR und einige andere NGO´s unterstützen dieses Projekt seit einigen Jahren, die meisten der Bauern sind mittlerweile schuldenfrei und können i8hren Lebensunterhalt selbst bestreiten, ihre Kinder zur Schule schicken. Mittlerweile arbeiten die in MASIPAG organisierten Bauern mit Wissenschaftlern zusammen, um die Züchtungen stetig zu verbessern und haben auch die eigene Vermarktung von Reis in Angriff genommen.

Natürlich stehen diesem Projekt die Großbetriebe gegenüber, die nach wie vor mit Monsanto zusammenarbeiten.

Aber – dieses gelungene Projekt beweist: es geht auch anders!

Eine lebendige Diskussion schloss sich an den Vortrag an: Bio-Bauern, konventionelle Bauern, Imker, Umweltschützer … waren sich dann doch einig, dass der Umweltschutz noch höhere Priorität haben müsste, gerade angesichts des gravierenden Insektensterbens auch hier in Europa. Eine zu starke Machtkonzentration von Konzernen sei dem eher nicht zuträglich.